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Netzgebühren und teurer Großhandel treiben Gaspreis

Heidelberg. Steigende Netznutzungsentgelte zum Jahreswechsel beschleunigen den Anstieg der Gaspreise für private Verbraucher. Im bundesweiten Durchschnitt beträgt die Erhöhung der Netzentgelte rund ein Prozent, regional kann es aber zu deutlichen Abweichungen nach oben und unten kommen. Da die Großhandelspreise ebenfalls zugelegt haben, gehen die Experten von Verivox davon aus, dass Verbraucher in den kommenden Monaten wieder verstärkt mit Preiserhöhungen von Versorgern rechnen müssen.

Große regionale Unterschiede bei Netzgebühren

Besonders stark steigen die Gasnetzgebühren in Bremen (+28 Prozent). Ein Haushalt mit einem jährlichen Verbrauch von 20.000 Kilowattstunden (kWh) muss künftig 71 Euro (netto) mehr bezahlen. Deutliche Anstiege gibt es auch in Niedersachsen (+11 Prozent), wo der gleiche Haushalt 29 Euro (netto) mehr bezahlen muss. In Hamburg erhöhen sich die Netzentgelte um 7 Prozent, was jährlichen Zusatzkosten von 18 Euro (netto) entspricht.

Sinkende Netzgebühren sind vor allem in den neuen Bundesländern zu verzeichnen: In Sachsen (-4 Prozent), Thüringen (-3 Prozent) und Berlin (-2 Prozent) gehen die Kosten zurück. Am stärksten sinken die Kosten für die Leipziger – sie bezahlen künftig 22 Prozent weniger, was 97 Euro (netto) entspricht.

Zwei von drei Kostenfaktoren zeigen nach oben

„Die Gaspreise werden von drei Faktoren beeinflusst. Die Steuern und Abgaben machen rund ein Viertel des Preises aus und verändern sich im nächsten Jahr nicht. Die Netzgebühren machen ebenfalls rund ein Viertel aus und steigen im Jahr 2019 an. Knapp die Hälfte des Preises kann von den Gasversorgern beeinflusst werden, die wiederum von den Beschaffungspreisen abhängen. Diese haben im Lauf des Jahres deutlich angezogen“, sagt Mathias Köster-Niechziol, Energieexperte bei Verivox.

„Diese Entwicklung wird zu steigenden Gaspreisen für private Verbraucher führen. Aktuell haben mehr als 30 regionale Gasversorger Preiserhöhungen von durchschnittlich 7 Prozent angekündigt. Ein Haushalt muss rund 80 Euro mehr pro Jahr bezahlen. Wir gehen davon aus, dass in den nächsten Wochen weitere Versorger dazukommen werden.“

Gasanbieterwechsel zahlt sich aus

Verbraucher sollten den Wettbewerb zwischen den Gasanbietern nutzen und sich einen Tarif mit einer möglichst langen Preisgarantie sichern. Ein Haushalt mit einem jährlichen Verbrauch von 20.000 kWh bezahlt im örtlichen Heizgastarif derzeit im Bundesdurchschnitt 1.170 Euro. Über die Hälfte der Haushalte befindet sich in diesem Tarif. Im günstigsten Tarif mit empfehlenswerten Bedingungen werden nur 764 Euro fällig. Der Haushalt kann durch den Wechsel 406 Euro pro Jahr einsparen.

Methodik

Verivox hat die vorläufigen Netzentgelte für 2019 ausgewertet, die von den Netzbetreibern Mitte Oktober veröffentlicht wurden. Für die Auswertung wurden Netze erfasst, die zusammen 80 Prozent der deutschen Haushalte abdecken.
Gasnetzgebühren werden für Ausbau und Instandhaltung der Leitungen erhoben. Auch die Kosten für Zählerinstallation, Ablesung und Abrechnung sind darin enthalten. Sie werden gemeinsam von den Verbrauchern im jeweiligen Verteilnetz getragen.

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