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Deutsche Umwelthilfe und Runder Tisch Reparatur fordern europäische Ökodesign-Standards für Smartphones

Die Branche der Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT) lässt Schrottberge wachsen - Immer kürzere Nutzungszyklen und steigende Ressourcenverbräuche - Deutsche Umwelthilfe fordert verbindliche Mindeststandards zum Ökodesign von Smartphones - Europäische Kommission muss Smartphones in den Arbeitsplan der Ökodesign-Richtlinie aufnehmen

Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) und der Verein Runder Tisch Reparatur fordern von der EU-Kommission die Festlegung europaweiter Regelungen für langlebige und reparierbare Smartphones. Aufgrund fehlender, nicht zugänglicher oder zu teurer Ersatzteile werden kaputte Smartphones häufig ersetzt und nicht repariert - trotz ihrer massiven ökologischen und sozialen Auswirkungen. Die EU-Kommission muss diese Entwicklung stoppen und die Bedingungen für Reparaturen verbessern, indem Ökodesignvorgaben für Smartphones verbindlich festlegt werden. Hierzu unterstützt die DUH die vom Runden Tisch Reparatur gemeinsam mit vielen Partnern initiierte Petition #Longlivemyphone.

"Die EU-Kommission hat mit dem für Anfang März angekündigten Aktionsplan zur Kreislaufwirtschaft die historische Chance, die Erarbeitung verbindlicher Ökodesignstandards für Smartphones als besonders wichtige Maßnahme festzulegen. Dadurch kann sichergestellt werden, dass die Geräte künftig leichter reparierbar, langlebiger und umweltfreundlicher werden. Es ist nicht länger hinnehmbar, dass nach gerade einmal zwei Jahren Nutzungszeit Smartphones zu den 12 Millionen Tonnen Elektroschrott hinzukommen, die jedes Jahr in Europa als Abfall anfallen. Mindeststandards zum Ökodesign von Smartphones sind längst überfällig", sagt die Stellvertretende DUH-Bundesgeschäftsführerin Barbara Metz.

Gemeinsam mit der DUH, weiteren Partnern aus Deutschland und Europa hat der Runde Tisch Reparatur die Petition #Longlivemyphone ins Leben gerufen. "Smartphone-Hersteller tun bislang kaum etwas, um ihre Produkte reparaturfähig und langlebig zu machen. Wir wollen der EU-Kommission zeigen, dass es so nicht mehr weitergehen kann. Anstatt, wie in den letzten Jahren, vor den Interessen der Industrie einzuknicken, muss die EU sich endlich um die Ressourcenverschwendung kümmern, die durch schlecht reparierbare Elektronik entsteht", so Franz Streibl, Vorstand des Runden Tisch Reparatur.

Smartphones müssen bereits reparierbar designt werden, damit sich beispielsweise ein gebrochenes Display oder ein schwacher Akku einfach austauschen lassen. Der Zugang zu Ersatzteilen, Reparaturinformationen und langfristigen Sicherheitsupdates muss für alle Werkstätten und Verbraucher verfügbar sein. 6,7 Smartphones gehen in der EU pro Sekunde über die Ladentheke. Für die Umwelt ist entscheidend, dass sie eine möglichst lange Lebensdauer haben.

Die jährlichen Klimaauswirkungen des europäischen Bestands von über 600 Millionen Smartphones belaufen sich auf mehr als 14 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente - mehr als die jährlichen CO2-Emissionen Lettlands. Aufgrund energieintensiver Prozesse und der benötigten seltenen Metalle entstehen etwa 70 Prozent der direkten Klimaauswirkungen von Smartphones bereits bei der Herstellung. Deshalb wirkt sich deren kurze Nutzungsdauer von durchschnittlich nur zwei bis drei Jahren besonders negativ auf die Umweltbilanz aus. Andere elektronische und IKT-Geräte werden im Schnitt deutlich länger genutzt.

Die Petition #Longlivemyphone läuft noch bis Anfang März. Dann will die EU-Kommission ihren neuen Aktionsplan Kreislaufwirtschaft präsentieren. "Wir sind überzeugt, dass Europa der beste Ort ist, um ein echtes universelles Recht auf Reparatur zu verwirklichen und andere Regionen der Welt zu ähnlichen Maßnahmen zu inspirieren", erklärt Chloé Mikolajczak, Koordinatorin der Kampagne "Right to Repair Europe", die die Petition #Longlivemyphone ins Leben gerufen hat.

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